Cybercrime ist ein hochkomplexer, krimineller Wirtschaftszweig mit eigenen Wertschöpfungsketten.
https://polizei.nrw/polizeiliche-kriminalstatistik-5
Das Bundeskriminalamt veröffentlicht einmal jährlich das Bundeslagebild Cybercrime. Es enthält aktuelle Erkenntnisse zur Cybercrime in Deutschland, darunter phänomenologische Trends, Darstellungen von Fallentwicklungen und praktische Fallbeispiele. Ferner stellt es die Ergebnisse polizeilicher Strafverfolgungsaktivitäten vor.
Ferner gibt das Bundeskriminalamt bei aktuellen Gefahren Warnhinweise und Sonderauswertungen heraus.
Gefährliche Apps – Im Netz der Datenhändler
Was viele Smartphone-Nutzer wissen: Die Apps auf ihren Handys sammeln detaillierte Standortdaten. Was den meisten jedoch nicht bewusst ist: Die Informationen landen oft in einem undurchsichtigen, weltweiten Netzwerk aus Datenhändlern und Werbefirmen. Es geht um vermeintlich anonyme Daten, die aber Wohnorte und Arbeitsplätze offenbaren – bis hin zu Bordellbesuchen oder Aufenthalten in psychiatrischen Kliniken. Dieser Film zeigt, wie leicht ahnungslose Nutzer ins Visier von Stalkern, Kriminellen oder Geheimdiensten geraten können. Er macht deutlich, wie harmlos erscheinende Apps zum Sicherheitsrisiko werden – für Regierungen und selbst für Soldaten im Krieg. Grundlage dieser ARD Story ist eine der bislang größten Recherchen dieser Art: Ein Team aus Bayerischem Rundfunk, netzpolitik.org, Le Monde und weiteren Partnermedien hat rund zehn Milliarden Standortdaten ausgewertet. Eine Spurensuche, die um die halbe Welt führt. Zu einer ägyptischen Exiljournalistin in Berlin, die bedroht wird. Nach Brüssel, wo hochrangige Mitarbeiter der EU-Kommission betroffen sind. Nach Washington, wo Politiker ein Sicherheitsrisiko für US-Agenten in Europa sehen. Oder an die ukrainische Front, wo Soldaten in den Datensätzen ihre eigenen Stellungen wiedererkennen. Schließlich führt die Recherche zu einem Händler in Florida, der die Standortdaten deutscher und französischer Smartphone-Nutzer verkauft hat. So entsteht ein Film, der deutlich macht, welch immense Risiken dieses Milliardengeschäft mit sich bringt – auch für Menschen in der Europäischen Union mit ihren vermeintlich strengen Datenschutzregeln.
Zusammenfassung
Der Film zeigt, wie Smartphone-Apps massenhaft Standortdaten sammeln und diese in ein weltweites, kaum kontrolliertes Netzwerk aus Datenhändlern und Werbefirmen gelangen. Obwohl die Daten angeblich anonym sind, lassen sie sich leicht einzelnen Personen zuordnen – inklusive sensibler Informationen wie Wohnort, Arbeitsplatz oder Aufenthalte an Orten wie Bordellen oder psychiatrischen Kliniken.
Die Recherche macht deutlich, wie harmlos wirkende Apps zu erheblichen Sicherheitsrisiken werden können: für Privatpersonen, für Regierungsmitarbeiter und sogar für Soldaten im Krieg. Ein internationales Team von Journalistinnen und Journalisten hat dafür rund zehn Milliarden Standortdaten ausgewertet.
Die Spur führt zu:
- einer bedrohten ägyptischen Exiljournalistin in Berlin
- hochrangigen EU-Beamten in Brüssel
- US-Politikern, die ein Risiko für Geheimdienste sehen
- ukrainischen Soldaten, die ihre eigenen Stellungen in den Daten wiederfinden
- einem Datenhändler in Florida, der Standortdaten europäischer Nutzer verkauft hat
Der Film zeigt eindrücklich, wie gefährlich dieses milliardenschwere Geschäft mit Standortdaten ist – selbst in der EU, die eigentlich strenge Datenschutzregeln hat.