Manch einer kennt noch die Prozedur beim Booten antiker Rechner, der Aufforderung:
» Eingabe von Datum und Uhrzeit «
musste manuell nachgekommen werden.
Batteriebetriebene Notuhren lösten das Problem und führten die Zeit im stromlosen Zustand weiter. An einem Netzwerk angeschlossene Systeme müssen oftmals auf die gleiche Zeitinformation zugreifen können. Welche Zeit? Woher die Zeit nehmen und wie im Netz verteilen? Das sind Grundüberlegungen bei der Installation einer Netzwerk-Zeitsynchronisation.
Welche Zeit?
Durch Beschluss der Generalkonferenz für Maße und Gewichte wurde UTC (Universal Time Coordinated) als Nachfolger der astronomisch abgeleiteten GMT (Greenwich Mean Time) eingesetzt. UTC ist seitdem internationaler Zeitstandard und bietet eine kontinuierliche Zeitskala. Grundlage für UTC, auch Weltzeit genannt, bildet die Periodendauer der dem Übergang der beiden Hyperfein-Struktur-Niveaus des Grundzustandes von Atomen des Nuklids Cs133 entsprechenden Strahlung.
Diese Definition bescherte uns das Phänomen der Schaltsekunde, da die Atomzeitskala von Cäsiumuhren sich gegenüber der astronomischen Herleitung der Zeit von Tag, Monat und Jahr verschiebt. An den drei bis fünf Minuten, die es braucht, um das gewohnte Frühstücksei zu kochen, hat sich nichts geändert. Befasst man sich allerdings mit dem Thema der Synchronisation von Rechnersystemen mit der absoluten Zeit, um beispielsweise Systeme für die Telekommunikation oder zur Ermittlung der Plattentektonik zu synchronisieren, wird eine verlässliche Quelle für die Zeit benötigt. |