Beim einscannen von Karten unbedingt sorgfältig arbeiten. Die Vorlage muss knitterfrei sein und auf dem Scanner rechtwinklig anliegen. Zur Not vorher vorsichtig mit dem Bügeleisen bearbeiten.
Maßstab
Beim Einscannen wird der Maßstab in Abhängigkeit der Scannereinstellung (Auflösung) verändert. Hat die Karte einen Maßstabbalken kann der einzustellende Maßstab für GPSViewer wie folgt ermittelt werden.
Den Maßstabbalken in der gleichen Auflösung wie die Karte einscannen und in der Grafik (z.B. durch Ausschneiden) die Breite in Bildschirm-Pixel ermitteln. Mit folgender Formel den GPSViewer-Maßstab errechnen:
10.000 * (Maßstabbalken der Karte in Meter) / (Breite in Pixel des Maßstabbalken) = (Einzustellender Maßstab in GPSViewer)
Beispiel: In einer eingescannten Flurkarte (Maßstabangabe auf dem Blatt 1:5.000) ist ein Maßstabbalken der eine Strecke von 200m darstellt eingezeichnet. Der M-Balken ist 476 Pixel breit.
10.000 * 200 / 476 = 4201,68
In GPSViewer den Maßstab demnach auf 1:4.202 einstellen und nicht auf 1:5.000.
Ist kein Maßstabbalken vorhanden muss man den Abstand in Metern zwischen zwei Punkten der Karte zur Berechnung nutzen.
Projektion
Die meisten Karten in Europa sind im Meridianstreifensystem (Gauß-Krüger, Transversal Mercator) abgebildet. Die Koordinaten beziehen sich jeweils auf einen Hauptmeridianstreifen (Längengrad ⊥ Breitengrad) an dem die abgerollte Kugeloberfläche rechtwinklig zum Breitengrad anliegt. Weltweit wird die Erde in 3°-Schritten aufgeteilt (UTM). In Deutschland werden die Längengrade 6°, 9°, 12°, 15° östlich von Greenwich als Haupt- bzw. Mittelmeridiane (Abzissenachse) genutzt.
Für jede GPS Position muss eine Entzerrung der Projektion durchgeführt werden, dadurch wird der Fehler, der mit der Entfernung vom Mittelmeridian zunimmt, auf ein vertretbares Maß reduziert.
Hat die eingescannte Karte ein eingezeichnetes Geografisches Gitter ist der Mittenmeridian derjenige der senkrecht in der Karte steht. Bei Karten mit Gauß-Krüger-, TM- oder UTM- Gitter geht das leider nicht (alles senkrecht). Hier kann nach folgender Formel der Mittenmeridian bestimmt werden.
Bei kleinen Maßstäben (< 1:10.000-1:25.000) ist normalerweise der nächste geradzahlig und durch 3 teilbare Längengrad zu nehmen. Bei großen Maßstäben wird häufig der am weitesten östlich liegende geradzahlig und durch 3 teilbare Längengrad als Mittenmeridian verwendet. |